Weitgereist

Weitgereist

 

Die Meinungen gehen weit auseinander. Viele Menschen aller Altersstufen leben nach dem Grundsatz, man isst nur das Obst und Gemüse welches zur Zeit in der eigenen Region wächst.

Nicht ganz zu Unrecht prangert man die langen Transportwege und die oft unsozialen Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern an. Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille.  In vielen Teilen unserer Erde ist gerade der Anbau und der Handel mit Obst und Gemüse die einzige Möglichkeit das Überleben der Familie überhaupt zu sichern. So gesehen ist es nur eine kleine Sünde beim Gang über den  Wochenmarkt oder beim Einkaufsbummel im Supermarkt eine kulinarische Weltreise zu beginnen.

 

Längst ist es an der Tagesordnung dass Obst und Gemüse von unseren nächsten Nachbarn aus der Europäischen Union kommen. Wer seine Kartoffeln sonst in der Vorderpfalz einkauft wird erstaunt feststellen, dass es auch in Marokko Prachtexemplare der bei uns so beliebten Erdfrucht gibt. So geht es weiter, die Äpfel kommen aus Chile, Orangen aus Israel, Spargel aus der Slowakei und die Bananen stammen aus Kolumbien. Auch bei den Trauben muss man schon zweimal hinschauen.  Indien steht dort als Herkunftsland. Und trotz der langen Reise, gibt es die Trauben zum absoluten Schnäppchenpreis.

 

Das zart aufgehende Pflänzchen des fairen Handels wird leider immer wieder schnell erdrückt. Ein riesiges Überangebot am Weltmarktes zwingt gerade die ärmeren Länder oft zum Verkauf um jeden Preis. Aber es liegt auch in der Hand des Verbrauchers an dieser Schraube mit zu drehen. Nichts ist alternativlos.

 

Hans Pertsch Mai 2016

 

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