Komplett im Eimer

Komplett im Eimer

 

Die ersten Wochen des Jahres sind vorbei. Zwischen meiner Waage und mir ist ein gewisses Spannungsfeld entstanden. Während geschlossene Baumärkte mich von körperlicher Arbeit abhalten, produzieren die Süßwarenmanifakuren auf Teufel komm raus.

Normalerweise benötige ich keinen Motivationsschub. Einfach die Augen schließen, kurz was schönes träumen, und schon startet mein tägliches Abenteuer Leben. Aber in diesem Frühjahr habe ich ungewohnte Ladehemmung. Klar könnte ich der Welt jetzt vor heulen, dass die Maske meine Sinne vernebelt, oder meine Unlust am ungewohnten Kaffee aus dem Becher liegt, an dem ich mir permanent die Zunge verbrenne. Dann wäre da noch das Wetter. Aber Schnee und Kälte ist ein lächerlicher Vorwand für meinen Verdruss. Denn den Winter und Frau Holle gibt es schon ein paar Jahrhunderte und immer hat es die Menschheit irgendwie überstanden.

 

Da kommt mir gerade ein Zeitungsartikel recht, der die Motivation eines Spitzensportlers beschreibt. „In meinem Kopf befinde ich mich immer in einem Olympischen Jahr, da gibt es keine Ruhezeiten“, war von ihm zu lesen. Zum Glück muss ich als Normalo nicht so übertreiben wie dieser Topathlet, der an 6 Tagen in der Woche um 7.00 Uhr sein Training beginnt und mit gleicher Regelmäßigkeit nach eigenen Worten, abends um 22.00 Uhr „komplett im Eimer“ ist. Gut, der Vergleich hinkt, da ich als Rentner gar nicht so viel Zeit zum trainieren hätte. Aber die Richtung stimmt, was fehlt ist nun noch das Ziel. Hat man dieses erst mal vor Augen macht nicht nur das Training viel mehr Spaß, auch der Verzicht auf die vielen zwischendurch Dickmacher, funktioniert mit einem Lächeln. Dann soll es sogar wieder mit dem Blick in den Spiegel klappen, hat man mir erzählt.

 

Hans Pertsch Februar 2021

 


 

 

 

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