Kaffeepause an der Tankstelle

Auch schon passiert? Du bist mit deinem Auto unterwegs und die Anzeige deiner Tankuhr greift immer mehr ins Leere. Höchste Zeit eine Tankstelle aufzusuchen. Der Preis an der Anzeigetafel verbreitet alles andere als gute Laune doch dein Inneres zeigt auch freudige Erregung. Es gibt Kaffee. Und wenn man dem Schild am Eingang glauben darf, soll es ein besonders himmlisches Tröpfen sein.

 

Die Barhocker sind ein wenig abgesessen und zeugen von regem Durchgangsverkehr. Und genau das ist es, was der Tankstellen Kaffeetrinker so verbindet. Hier gibt es keine Zweiklassengesellschaft Alle schlürfen Ihren Kaffee aus einem viel zu heißen Becher. Der Markt boomt und der Preis der in einem Edelcafe kaum höher ist, wird ohne Murren akzeptiert.

Glaubt man Felix der hinter der Theke steht, saß auf meinen Platz vor wenigen Tagen noch Mario Gommez , und auch die Tatortkommissarin Maria Furtwängler soll hier des Öfteren mit ihrem Dienstwagen vorfahren.

Überprüfen lassen sich diese Geschichten ebenso wenig wie die Story der Fans von Schalke 04, die ob Sieg oder Niederlage hier vorbeikommen und die Biervorräte der Tankstelle regelmäßig in die Knie zwingen.

Mein Kaffee hat inzwischen zwar mundgerechte Temperaturen aber mein Blick geht weiterhin ins Leere. Weder ein blau weißer Abend noch ein glitzerndes Sternchen ist irgendwo in Sicht. Ich schaue auf meinen Tacho und freue mich schon auf die nächste Kaffeepause. Spätestens nach 800 Kilometern wartet der nächste Münchhausen mit neuen Geschichten auf mich.

 

Hans Pertsch, irgendwo auf der Autobahn

 

Druckversion | Sitemap
© Hans Pertsch