Läufervorteil

Läufervorteil

 

Manches mal möchte ich mitten im Wald stehen bleiben,  um meine Gedanken aufs Papier zu bekommen.  Nirgendwo anders fliegen mir genialste Ideen zu, wie draußen in der freien Natur.
Oft ist es ein schönes Gefühl in einer Gruppe von Gleichgesinnten unterwegs zu sein.  Man lacht und scherzt und die Zeit vergeht nebenbei noch wie im Fluge.
Aber die wirklich wichtigen und entscheidenden  Momente des Laufens sind für mich die Zeiten der Ruhe und des alleine unterwegs seins.
Das rauschen der Blätter im Wind oder das plätschern eines Wasserfalles fordern mich quasi heraus, einen Dialog oder Zwiegespräche mit mir selbst zu führen.
Ich formuliere geistig Sätze, die ich so nie auf einen Bildschirm bringen würde.
Dabei spielt die Laufgeschwingkeit eine untergeordnete Rolle.  Hauptsache man ist in Bewegung.  Nicht selten kommt es dabei vor,  dass ich vom ursprünglich geplanten Weg völlig abkomme und irgendwo in fremden Gefilden lande.

Immer wieder ist zu lesen, dass Menschen, gerade in gehobenen Positionen, das Laufen nicht als Sport, sondern als Denkmotor und Entscheidungsfinder ansehen. Wissenschaftler der Uni Ulm haben nachgewiesen, dass bestimmte geistige Leistungen vom Laufsport profitieren.

Nicht zuletzt ist hier auch die erhöhte Sauerstoffzunahme in der freien Natur zuständig.
Wohl nicht wahrscheinlich ist jedoch die Hoffnung,  dass man als Vielläufer gänzlich ums lernen herumkommt.
Hans Pertsch April 2016

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© Hans Pertsch